Stadt Lübbecke

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08.08.2003

30 Jahre Städtepartnerschaft Dorchester - Lübbecke gemeinsam gefeiert

Mit vielen positiven Eindrücken und Erlebnissen ist eine fast 50-köpfige Delegation jetzt aus der englischen Partnerstadt Dorchester nach Lübbecke zurückgekehrt. Offizieller Anlass der gemeinsamen Reise von Stadt und Lübbecker Schützen-Musik-Corps war das 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft. Und für viele Teilnehmer, darunter auch Bürgermeister Gerhard Bösch mit seiner Frau, war es ein Wiedersehen mit alten und neuen Freunden. Das wurde schon bei der herzlichen Begrüßung bei der Ankunft deutlich.

Gleich am nächsten Mittag mu­sizierte das Musik-Corps unter der Leitung von Uwe Grothus in der belebten Fußgängerzone und machte die zahlreichen Passanten neugierig auf das für den Abend geplante Konzert im Stadtgarten, den Borough Gardens. Bei herrli­chem Sommerwetter war der Stadtgarten die ideale Kulisse für das gemeinsame Konzert von Musik-Corps und Dumovaria Sil­ver Band. Die Begegnung beider Musikgruppen bei einem Konzert in Bayeux hatte einst den Grundstein, für die Städtepartnerschaft zwischen Dorchester und Lübbecke gelegt.

In einem Blumenbeet der Borough Gardens war extra liebevoll das Lübbecker Stadtwappen mit Blumen nachgepflanzt worden.  Viele Musikliebhaber waren mit Klappstuhl und Picknickkorb bestens vorbereitet, andere hatten beim Vorbeigehen die Musik gehört und waren spontan dazugekommen – begeistert waren alle. Richtig spaßig wurde es, als zur Überraschung auch noch die Dorchester Carnival Band auftauchte. Mit Bienenkostüm und flotten Sprüchen brachten sie das Publikum zum  Lachen. So gut, dass man in Lübbecke nun ernsthaft überlegt, die Carnival Band nach Lübbecke  einzuladen.

Für einen Teil der Reisegruppe stand am zweiten Tag auch noch  ein Besuch im Dorset County Museum auf dem Programm, wo zahlreiche wertvolle Funde aus der jahrtausendalten Geschichte  Dorchesters zu bestaunen sind. Nachmittags konnte das herrschaftliche Athelhampton House mit seinen historischen Gartenanlagen besichtigt werden.

Am dritten Tag der Reise stand im Ratszimmer der Stadt Dorchester eine Besprechung mit Vertretern der Sportvereine im Programm. Aus Lübbecke waren extra Reinhard Vollhey vom Stadtsportverband und Claus Buschmann vom SV Neptun mitgereist, um dem Jugendaustausch neue Impulse zu geben. Schnell wurde klar, dass sowohl in Lübbecke als auch in Dorchester an  einem Austausch gleichermaßen großes Interesse besteht. Insbesondere der Schwimmverein, der Fußballverein, der Tennisverein und der Gymnastikverein aus Dorchester sagten ihre volle Unterstützung zu. Und das West Dorset Distrikt Council hat zugesagt, als Bindeglied zwischen den verschiedenen Sportvereinen in Dorchester zu vermitteln. Schon im nächsten Mai könnte eine Gruppe Sportler zu einem großen Fußballturnier aus Lübbecke nach Dorchester fahren, oder – wenn das nicht  klappt – im Herbst eine Gruppe aus Dorchester nach  Lübbecke kommen. Die weiteren Details müssen zwar noch besprochen werden, ein Anfang ist jedoch gemacht.

Am Nachmittag startete das Musik-Corps zu einem Besuch des weltbekannten Steinmonuments von Stonehenge, während die übrige Gruppe die neue Siedlung  Poundbury in Dorchester besuchte. Poundbury ist wesentlich von  H.R.H. The Prince of Wales, besser bekannt als Prinz Charles, beeinflusst. Auf seinem Land entsteht seit 1993 ein komplett neuer Stadteil, der für 5000 Einwohner geplant ist. Das - nicht unumstrittene – radikale architektonische Konzept integriert soziales und privates Wohnen, Wohnen und Arbeiten, sowie die Unterordnung des Autos unter die Bedürfnisse des Menschen.   

Der offizielle Festakt zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft fand am Abend in der Dorchester Corn Exchange statt. Bürgermeisterin  Molly Rennie hatte lange geübt, um die Gäste in deutscher Sprache begrüßen zu können. Eine  herzliche Geste, die mit viel Beifall bedacht wurde. In ihrer Rede bedankte sie sich für 30 Jahre Freundschaft und Partnerschaft und forderte alle auf, sich weiter für die ganz besonders herzliche Beziehung beider Städte zu engagieren. Als Geschenk überreichte sie einen Präsentkorb mit  englischem Tee und Teegebäck – schließlich hatte man der Stadt  Lübbecke im Juli ein Teeservice des Londoner Dorchester Hotels geschenkt.

Bürgermeister Gerhard Bösch dankte allen Menschen in Dorchester und in Lübbecke, ohne die man nicht 30 Jahre Städtepartnerschaft feiern könnte. Er gab sich hoffnungsvoll, dass der Besuch auch dem Jugendaustausch neuen Schwung verleihen könnte. Sein offizielles Geschenk war eine schwere  Glasvase aus der  Museums-Glashütte Gernheim in Petershagen. Von dort stammten auch zwei kleine extravagante Schnapsgläser, mit denen man auf  das Jubiläum anstoßen konnte. Das gute Essen und die Musik des Musik-Corps und der Durnovaria Band rundeten den gelungenen Abend ab. 

Schon an nächsten Morgen ging es auf die 15-stündige Rückreise mit dem Bus. Die Strapazen nahmen die Lübbecker angesichts der  vielen freundschaftlichen Begegnungen während des Besuches aber gern auf sich. Und so war  die meistgestellte Frage denn auch: „Wann fahren wir das nächste Mal?“