Stadt Lübbecke

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Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse - Sehr gut nachgefragte Informations- und Beratungsveranstaltung der Lübbecker Gleichstellungsbeauftragten

Lübbecke. In den vergangenen Monaten wurde in Deutschland bekanntlich eine große Zahl an Flüchtlingen aufgenommen. Viele haben in ihrem Heimatland bereits einen Berufsabschluss erworben. Für sie stellt sich die Frage: Kann ich in Deutschland in meinem erlernten Beruf arbeiten?

Für Flüchtlinge kann die Anerkennung von mitgebrachten beruflichen Qualifikationen für den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle spielen. Teilweise ist die berufliche Anerkennung sogar eine zwingende Voraussetzung, um in bestimmten Berufen arbeiten zu dürfen. Wie kann man eine solche Berufsanerkennung erhalten? Dazu stellte Attila Sepsi von der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld in einer von der Gleichstellungsbeauftragten Angelika Lüters-Wobker initiierten Informationsveranstaltung im Rathaus relevante Informationen und Serviceangebote zusammen.

Diese Veranstaltung fand mit rund 30 Besuchern ein reges Interesse. Zugereiste aus Polen, Albanien, dem Libanon, Kolumbien sowie dem Irak und Syrien hörten sich zunächst den Fachvortrag des Experten von der IHK aus Bielefeld an, bevor sie in Einzelgesprächen ihr individuelles Einzelschicksal thematisieren konnten und entsprechende Hilfestellungen erhielten. Da war die Betriebswirtin aus Kolumbien, die Kinderärztin aus Syrien oder die Lehrerin aus Polen, die alle wissen wollten, welchen Weg sie gehen müssen, um zu einer Anerkennung ihrer im Heimatland erlangten Berufsabschlüsse zu gelangen.

„Mit dieser im Rahmen der Veranstaltungsreihe rund um den internationalen Frauentag angebotenen Informations- und Beratungsveranstaltung habe ich genau den richtigen Nerv getroffen“, freut sich Angelika Lüters-Wobker über die große Nachfrage. „Ich finde es auch toll, dass viele erst seit kurzem in unserer Region aufgenommenen Menschen von ihren Paten aus der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe auf diese Veranstaltung hingewiesen und begleitet wurden.“

Das Anerkennungsgesetz, das zum 1. April 2012 in Kraft getreten ist, gibt Fachkräften aus dem Ausland das Recht, dass ihr Berufsabschluss auf Gleichwertigkeit mit dem deutschen Referenzberuf überprüft wird.

Viele Unternehmen, Handwerksbetriebe, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Durch das Anerkennungsgesetz bekommen zugewanderte Fachkräfte die Möglichkeit, ihre beruflichen Qualifikationen bewerten zu lassen. Die Gleichwertigkeit des ausländischen Berufsabschlusses mit dem deutschen Abschluss kann so ermittelt werden. Dies ist in vielen Berufen Voraussetzung dafür, in diesem Beruf zu arbeiten oder sich selbständig zu machen. Vor allem für die reglementierten Berufe wie im zulassungspflichtigen Handwerk, für Ärzte, Krankenpfleger oder Apotheker verbessert das Gesetz die Chancen für Menschen, die ihre beruflichen Qualifikationen im Ausland erworben haben, in Deutschland in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten und ermöglicht so eine bessere Arbeitsmarktintegration.