Stadt Lübbecke

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24.02.2006

Der Flächennutzungsplan der Stadt Lübbecke 2006


Flächennutzungsplan 2006: Die Stadt Lübbecke in Zahlen
Die Stadt Lübbecke

Die Stadt Lübbecke liegt im Städtedreieck der Oberzentren Bielefeld, Hannover und Osnabrück im nördlichen Bereich des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Stadt wurde am 01. Januar 1973 im Zuge der kommunalen Gebiets­reform aus ehemals selbständigen Gemeinden gegründet. Vor der kommunalen Gebietsreform war die Stadt Lübbecke Sitz des gleichnamigen Kreises, heute gehört sie zum Kreis Minden-Lübbecke.

Das Stadtgebiet mit den Stadtteilen Lübbecke, Gehlenbeck, Eilhausen, Nettelstedt, Blasheim, Ober­mehnen, Stockhausen und Alswede umfasst eine Fläche von ca. 65 km². Am 31. Dezember 2003 wohnten im Stadtgebiet 27.724 Einwohner/innen.

Lübbecke nimmt eine Fläche von 6.500 Hektar ein, die sich wie folgt aufteilt (Stand 2003):

Flächenstruktur

Größe in Hektar

Größe in Prozent

Gebäude- und Freiflächen

924

14,2

Betriebsflächen

32

0,5

Erholungsflächen

54

0,8

Waldflächen

1.314

20,2

Wasserflächen

98

1,5

Verkehrsflächen

414

6,4

Landwirtschaftsflächen

3.640

56,0

Sonstige Flächen

23

0,4

 

Anlass und Ziele der Flächennutzungsplanung

Flächennutzungsplan - Was ist das?

Nach dem Baugesetzbuch ist die Bauleitplanung eine Pflichtaufgabe der Gemeinden. Unter Berücksichtigung der

  • Ziele von Raumordnung und Landesplanung
  • Belange von Natur und Landschaft
  • Fachplanungen
  • Prognosen und
  • städtebaulichen Entwicklungen

regelt der Flächennutzungsplan die Art der Bodennutzung und schafft unter den konkurrierenden Nutzungsansprüchen einen Ausgleich und somit die Planungsgrundlage für die Aufstellung der Bebauungspläne. Der Flächennutzungsplan ist als vorbereitender Bauleitplan und die Bebauungspläne als verbindliche Bauleitpläne zu sehen, die aufzustellen sind, sobald es für die städtebauliche Entwicklung erforderlich ist (siehe BauGB, Bauleitplanung § 1).

Die grundlegenden Entscheidungen über die städtebauliche Entwicklung und Ordnung werden also mit dem Flächennutzungsplan getroffen und mit den Bebauungsplänen umgesetzt.

Warum ein neuer Flächennutzungsplan?

Durch die Veränderung wichtiger Rahmenbedingungen (Umweltschutz, agrarstruktureller Wandel, gesellschaftspolitische Veränderungen), ist es nötig, die städtebaulichen Ziele neu zu definieren. Aus diesem Grunde soll der Flächennutzungsplan der Stadt Lübbecke neu aufgestellt werden. Dieser neu formulierte Flächennutzungsplan bildet die Planungsgrundlage für die nächsten 10 bis 15 Jahre.

Die Offenlegung des Flächennutzungsplan-Entwurfes erfolgte in der Zeit vom 5.01. bis 8.02.2006. Voraussichtlich wird die endgültige Beschlussfassung durch den Rat im Sommer 2006 stattfinden.

Neue Leitlinien und Ziele des Flächennutzungsplanes

Der Schwerpunkt des neu aufzustellenden Flächennutzungsplanes soll in der Bereitstellung neuer Siedlungsflächen, insbesondere für den Wohnungs­bau und die Gewerbeansiedlung liegen. Infrastrukturelle Vorgaben, wie zum Beispiel bestehende Verkehrswege, geplante Verkehrstrassen und naturräumliche Grenzen, bilden die Rahmenbedingungen für die zukünftige Siedlungsentwicklung in der Stadt Lübbecke und sind zugleich der Orientierungsrahmen für die Darstellungen im Flächennutzungsplan.
Prognosen und Leitbilder der Flächennutzungsplanung Bevölkerungsentwicklung Anhand der Bevölkerungsentwicklung ist der zukünftige Flächenbedarf der verschiedenen Nutzungsansprüche der Stadt Lübbecke zu ermitteln. Die Berechnung des Bauflächenbedarfes für Wohnungsbau orientiert sich primär an den Aussagen des Gebietsentwicklungsplanes, Teilabschnitt Oberbereich Bielefeld. Sie resultieren aus der Bevöl­kerungs­prognose 2004 bis 2020 der Bezirksregierung Detmold. Ausgehend vom Basisjahr 2003 wurde auf Gemeindeebene eine Status-Quo-Prognose errechnet. Diese Prognose wurde in einer oberen und einer unteren Variante erstellt. Die ausgewiesene Hauptvariante, die auch im folgenden Grundlage der Berechnung der maximal darzustellenden Fläche ist, ergibt sich wiederum aus dem Mittel der oberen und unteren Variante. Die Annahmen unterscheiden sich im prognostischen Wanderungsverhalten der Ausländer/innen. Bei der natürlichen Bevölkerungsentwicklung wurden die Geburtenquoten im Stützzeitraum von 1995 bis 2002 nach Alter und Staatszugehörigkeit der Mutter und dem Geschlecht des Kindes bestimmt. Ebenso wurden die Sterbequoten im Stützzeitraum nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit berechnet. Für die deutsche Bevölkerung wurde die Geburtenquote für den gesamten Prognosezeitraum konstant gesetzt und bei den Ausländer/innen eine Anpassung an den Wert der deutschen Bevölkerung bis zum Jahr 2040 angenommen. Die Sterbequote wurde für Ausländer/innen konstant gesetzt, bei der deutschen Bevölkerung eine Erhöhung der Lebenserwartung und damit eine 15 %-ige Reduzierung der Sterbequote in den nächsten zehn Jahren angenommen. Für Deutsche und Ausländer/innen wurde weitergehend angenommen, dass die Sterbequote im Jahr der Geburt in den nächsten zehn Prognosejahren um 10 % zurückgehen wird. Die Wanderungsgewinne bei der ausländischen Bevölkerung, den Aussiedler/innen und aus den neuen Bundesländern sowie die Verluste gegenüber den alten Bundesländern wurden vom LDS vorgegeben und übernommen. Diese Überlegungen und Annahmen der Bezirksregierung lassen folgende Bevölkerungsentwicklung erwarten: Ausgehend von 26.342 Einwohnern des Basisjahres 2003 (Zahlen des LDS) wird im Jahr 2020 in einer unteren Rechnungsvariante ein Einwohnerstand von 26.488 Einwohner/innen und in einer oberen Variante von 30.702 Einwohner/innen zu erwarten sein. Daraus ergibt sich ein Mittel von 28.597 Einwohner/innen, die nach Aussage der Bezirksregierung als Grundlage der weiteren Überlegungen zu übernehmen sind. Es ist also bis zum Jahr 2020 von einem Wachstum von ca. 8,5 % an Einwohner/innen auszugehen. Dieses zu erwartende Bevölkerungswachstum erfordert demzufolge die Ausweisung weiterer Wohnbauflächen, denen jedoch der Bestand an freien Flächen unabhängig ihrer Realisierungswahrscheinlichkeit entgegenzurechnen ist. Gewerbe Die Ausweisung und Erschließung von Gewerbeflächen ist eine weitere zentrale Aufgabe der Stadt Lübbecke. Die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt Lübbecke spiegelt ebenso wie die der Bundesrepublik den gesellschaftlichen Wandel der Zeit wider. Die Ausrichtung der Wirtschaft auf den primären (Landwirtschaft, Energie, Bergbau), sekundären (Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe) und tertiären Sektor (Dienstleistung) unterliegt einem fortschreitenden Strukturwandel. Der primäre Sektor wird immer stärker zugunsten des tertiären Sektors zurückgedrängt. Dies dokumentiert sich in der zunehmenden Automatisierung der industriellen Produktion, vermehrter Inanspruchnahme von Produkt- und Serviceleistungen bei Großunternehmen (Tertiärisierung) sowie in der steigenden Mobilität bei der Standortwahl aufgrund der relativen Unabhängigkeit von Rohstoffstandorten. Zusätzlich zum strukturellen Wandel wird sich auch die Integration des deutschen Wirtschaftsmarktes in den EU-Markt auf die Kommunen auswirken. Der EU-Binnenmarkt wird den Trend der Tertiärisierung noch verstärken und verschärfen. Der Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen zeigt auf, dass die Stadt Lübbecke durchaus an der EU-Integration partizipieren kann, da sie direkt auf der großräumigen Entwicklungsachse von europäischer Bedeutung liegt, die sich zwischen Osnabrück und Hannover spannt. Die zentrale Lage und eine gute verkehrliche Anbindung zu diesen Ballungsräumen bieten gute Voraussetzungen und grundsätzlich positive Standortvorteile. Durch die Neuausweisung von Gewerbeflächen wird die wirtschaftliche Entwicklung, die Sicherung und Realisierung von Arbeitsplätzen, ein vielfältiges Arbeitsplatzangebot und die Reduzierung von Pendlerströmen ermöglicht. Analog zu dem Modell der Berechnung des zukünftigen Wohnbauflächenbedarfes stellt der Gebiets­ent­wicklungsplan Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereiche dar. Die den Gemeinden inner­halb dieser Bereiche gegebenen Flächenreserven sollen den räumlich abgestimmten, flexiblen Rahmen für die Förderung und Steuerung der gewerb­lichen Entwicklung bieten. Weiteres Ziel ist die Schaffung einer geordneten Entwicklung von Siedlungsstrukturen bei geringsten raumstrukturellen Belastungen. Ausgehend von der Bevölkerungsentwicklung wurde seitens der Bezirksregierung Detmold ebenfalls eine Prognose über die Anzahl der gewerbeflächenrelevanten Beschäftigten in drei Varianten bis zum Jahr 2020 getätigt. Auch hier ist im weiteren seitens der Bezirksregierung die mittlere Variante die Grundlage der weiteren Berechnungen. Die Gesamtgröße der Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereiche ergibt sich aus den bereits gewerb­lich-industriell genutzten Flächen und den Flächen für den Entwicklungsbedarf und ist noch von der Bezirksregierung Detmold abschließend zu konkretisieren. Planungsinhalte / Wesentliche Leitbilder Wohnungsversorgung Gewerbeentwicklung Grün- und Freiflächenversorgung Verkehrsentwicklung Aufgabe der städtebaulichen Planung ist unter anderem eine rechtzeitige und ausreichende Bereitstellung von Bau- und Planungsrechten, die eine sinnvolle Entwicklung der Stadt Lübbecke sicherstellen. Insbesondere die Absicherung der funktionalen Mischung in der Stadt, die Absicherung ökologischer, bedeutsamer Freiflächen und die Einschränkung einer ungeordneten Außenentwicklung bilden die Basis des Flächennutzungsplanes. Kartenlegende anzeigen Handlungsfelder der Flächennutzungsplanung Wohnen Das Leitbild für den neu aufzustellenden Flächennutzungsplan knüpft an das bisher verfolgte Entwicklungsmodell an. Danach sollen unter Beachtung der Zielsetzungen von Raumordnung und Landesplanung ausbaufähige Wohnsiedlungsbereiche und gewerbliche Entfaltungsräume aus städte­baulichen und versorgungs­wirtschaftlichen Gründen mit Schwergewicht vor allem im Zentrum Lübbecke-Gehlenbeck-Eilhausen ausgewie­sen werden. Wohnbauflächenentwicklung Innerhalb des Zentrums der Stadt konzentrieren sich die Wohnbauentwicklungs­flächen auf den Stadtteil Lübbecke, da hier die wesentlichen Infrastrukturen sowie Arbeitsplatzangebote vorhan­den sind, die ein Zusammenspiel von Wohnen-Arbei­ten-Versorgen auf möglichst kurzem Wege gewährleisten, so dass im Interesse der Verkehrsminimierung die Wegstrecken verkürzt werden können und auf das Kraft­fahrzeug als Verkehrsmittel vielfach verzichtet werden kann. Die weitere Siedlungsentwicklung im Stadtteil Lübbecke sollte sich vorrangig in nörd­liche Rich­tung orientieren. Dabei bieten sich an verschiedenen Standorten Sied­lungsarrondierungen bzw. ‑erweiterungen an. Im Stadtteil Gehlenbeck ist eine Siedlungserweiterung grundsätzlich nur in nördliche Richtung vorgesehen, da sich westlich bzw. östlich die Stadtteile Lübbecke und Eilhausen anschließen und südlich die waldbestandenen Hänge des Wiehengebir­ges eine natürliche Begrenzung bilden. Für den Stadtteil Eilhausen ist kaum ein weiterer Bedarf an Siedlungsflächen zu erkennen, da durch die bestehenden Freiflächen die Eigenentwicklung des Stadtteiles gesichert ist. Zudem soll inner­halb des Zentrums von Lübbecke die wesentliche Siedlungsentwicklung am Siedlungs­schwerpunkt, d.h. im Stadtteil Lübbecke, erfol­gen. Im Nebenzentrum Nettelstedt sollten zentrumsnahe Siedlungsflächen eine Arrondie­rung des östlichen Ortsrandes bzw. eine geringfügige Erweiterung in nördliche Richtung bewirken. Damit kann zum einen die östliche Eingangssituation des Stadtteiles durch die Ausbildung eines klar strukturierten Ortsrandes neu geordnet werden. Zum anderen kann mit der Norderweiterung die derzeit vorwiegend band­artige Struktur des Ortes zu einer stärkeren Zentrumsentwicklung korrigiert werden. Eine weitere Siedlungsentwicklung in westliche Richtung sollte hingegen nicht erfol­gen. In den Stadtteilen Alswede, Blasheim, Stockhausen und Obermehnen sollte sich die weitere Sied­lungsentwick­lung bedarfsorientiert auf die Ergänzung bzw. Arrondierung bestehen­der Siedlungszusammen­hänge beschränken. Konkret sind folgende Entwicklungsflächen für Wohnen zu benennen: Bereich südlich des Rampenweges Arrondierung der Bebauung zwischen der Rahdener Straße und der Bahnlinie Ergänzung der Siedlung Wettlage in nordöstlicher Richtung Erweiterung Baugebiet südlich des Hamkerweges Umnutzung des ehemaligen Kasernengeländes an der Gehlenbecker Straße Nördliche Siedlungserweiterung beidseitig der Kreisstraße 56 bis zur Kreisbahnstraße in Gehlenbeck Nördliche Siedlungserweiterung beidseitig der Landesstraße 771 bis zur Kreisbahnstraße in Gehlenbeck Nordwestliche Siedlungserweiterung bis zur Feldstraße in Eilhausen Auffüllung der Bebauung südlich des Friedhofes in Nettelstedt. Gewerbe Entwicklung der gewerblichen Bauflächen Die Erweiterung der gewerblichen Bauflächen konzentriert sich auf die bestehenden Gewerbe­standorte im nördlichen Teil von Lübbecke. Die gewerbliche Entwicklung sollte unter Berücksichtigung der Belange von Natur und Landschaft vorwiegend im östlichen Anschluss der bestehenden Standorte erfolgen, da hier im Gegensatz zu den Flächen westlich der Bahnstrecke Lübbecke-Espelkamp tenden­ziell Bereiche mit geringeren Funktionen und Werten für den Naturhaushalt vorlie­gen. Durch die Bahnstrecke Lübbecke-Espelkamp wird die westliche Grenze des Gewer­bestandortes in der Landschaft deutlich markiert. Lediglich im nördlichen Teil hat ein großer metall­verarbeitender Betrieb diese Zäsur in der Landschaft übersprungen. Grundsätzlich sollte dieser Standort nicht durch die Ansiedlung weiterer Betriebe entwickelt werden. Die Flächen verfügen jedoch verkehrsstrukturell über eine hohe Attraktivität aufgrund der Kombination Wasserstraße-Schiene-Straße, die in der Form innerhalb Lübbeckes einmalig ist. Daher sind die Flächen als möglicher Ent­wicklungsbereich in das Modell aufgenommen worden. Die gewerblichen Entwicklungsflächen sollen für eine möglichst breite Palette von Betrieben gerade auch im Hinblick auf die Immissionsverträglichkeit geeignet sein. Daher sollten neben wohnstandortnahen Flächen im unmittelbaren nördlichen Anschluss an den Siedlungsschwerpunkt Lübbecke auch Bereiche weiter nördlich entwickelt werden, die stärker emittierenden Betrieben vorbehalten bleiben sollten. Die Gewerbestandorte in den Stadtteilen Nettelstedt und Alswede werden durch entsprechende Darstellungen im Flächennutzungsplan abgesichert. Gebiets­erweiterungen sollten auf den Bedarf der jeweils bereits ansässigen Unternehmen beschränkt bleiben. Die Bereitstellung von Flächen zur Ansiedlung neuer Unter­nehmen sollte, wie auch in den Stadtteilen Blasheim und Obermehnen, unterbleiben, da mit dem zentralen Gewerbegebiet im Stadtteil Lübbecke städtebaulich sinnvoll der Gewerbeflächenbedarf für die Stadt Lübbecke insgesamt abgedeckt werden kann. Die für die Sicherung des lokalen Bedarfs erforderlichen Versorgungs- und Dienstleistungs­strukturen können ebenso wie kleinere Handwerks- und Gewerbe­betriebe in den einzelnen Stadtteilen innerhalb von gemischten Bauflächen ihren Standort finden. Für die weitere gewerbliche Entwicklung sind folgende Bereiche konkret aufzuführen: Flächen Hundsäcker Gebiete östlich Heuweg (Osterbruch) Bereich südlich „Rauhe Horst“ und westlich der Bahnlinie Ergänzung der Nutzungen südlich des Jockweges Landwirtschaft Durch den ansteigenden Wohnbau- und Gewerbeflächenbedarf, der hauptsächlich durch landwirtschaftliche Fläche gestillt wird, ergeben sich erhebliche Nutzungskonflikte. Eine wesentliche Aufgabe in der Zukunft wird es daher sein, den fortschreitenden Strukturwandel sozial zu begleiten und die Entwicklung neuer Siedlungsflächen in Ortsteilen mit überwiegend landwirtschaftlicher Nutzung zu vermeiden. Umweltaspekte Umweltbelange nehmen in der räumlichen Entwicklungsplanung eine zentrale und zunehmende Bedeutung ein. Der Flächennutzungsplan hat die Aufgabe, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln. Das Stadtgebiet Lübbeckes zeichnet sich durch eine dichte räumliche Abfolge unterschiedlicher Naturräume aus: Im Süden erstreckt sich der weithin sichtbare, bewaldete Höhenzug des Wiehengebirges. Im Bereich der nördlich vorgelagerten Lößhänge konzentrieren sich die Siedlungsflächen, umgeben von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Diese leiten zu den weithin ebenen, teils vermoorten Niederungen am Mittellandkanal über. Die bestehenden, auf Grundlage der Naturschutz-Gesetzgebung ausgewiesenen Schutzgebiete und -objekte werden nachrichtlich in den Flächennutzungsplan übernommen. Eine zentrale Aufgabe des Flächennutzungsplans ist weiterhin die Vorbereitung der Eingriffsregelung: Durch die Neudarstellung von Siedlungsflächen werden Eingriffe in Naturhaushalt und Landschaftsbild vorbereitet, die entsprechend den gesetzlichen Vorgaben durch Maßnahmen zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft auszugleichen sind. Um die auf Ebene der Bebauungspläne umzusetzenden Maßnahmen in einen räumlichen Zusammenhang einbinden und sinnvoll konzentrieren zu können, werden im Rahmen des Flächennutzungsplans Suchräume für Ausgleichsflächen (Kompensationsflächen-Pool) dargestellt. Verkehr Durch den erheblichen Einfluss der Verkehrssituation auf das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben, soll die Organisation der Verkehrs­verhältnisse zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Die Funktion des Verkehrs muss daher eine zeitgünstige, direkte und komfortable Erreichbarkeit der Ziele innerhalb und außerhalb des Stadtgebietes zulassen. Individualverkehr Aus der Sicht der Stadtentwicklung ist die Verlagerung der Bundesstraßen 65 und 239 notwendig, um die Verkehrs- und Lebensverhältnisse im innerstädtischen Bereich zu verbessern und die Funktion des Mittelzentrums im Bereich der Innenstadt optimal auszuüben. Die entsprechenden Trassen sind abgestimmt mit dem Baulastträger in der Planzeichnung gekennzeichnet. Weitere Lösungsansätze liegen hier im Bereich der Verkehrsverlagerung (ÖPNV, Fahrrad). Schienen- und Busverkehr Die Stadt Lübbecke ist über die Nahverkehrsstrecke (Herford-Rahden mit Busanschlussverbindung) an das IC-Netz in Osnabrück bzw. Hannover und (eingeschränkt) Bremen angeschlossen. Weiterhin verlaufen durch das Stadtgebiet eine Reihe von Buslinien und verbinden die Stadt Lübbecke mit den angrenzenden Kommunen. Radfahrverkehr Auf Grund der wachsenden Bedeutung des Radfahrverkehrs soll der Binnenverkehr des Kraftfahrzeuges verstärkt auf das Verkehrsmittel Fahrrad verlagert werden. Entsprechend kommt dem Ausbaustandard des Radwegnetzes eine große Bedeutung zu. Freizeit und Erholung in der Stadt Lübbecke Die Nachfrage nach landschaftsbezogenen Erholungsmöglichkeiten in einer Stadt ergibt sich einerseits durch die ansässige Bevölkerung und andererseits durch die Erholungssuchenden aus dem Umland. Die Stadt Lübbecke besitzt aufgrund der landschaftlich reizvollen Lage am Wiehengebirge einen hohen Wert für Freizeit/Erholung, der weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlt. Maßgebliche Nachfrage nach Erholungseinrichtungen kommt aus den angrenzenden Verdichtungsräumen Minden, Herford und Osnabrück. Insbesondere sind die Wälder des Wiehengebirges der Kernbereich für die ruhige Erholung. Hier bestehen verschiedene Wandermöglichkeiten zu kulturhistorsichen Stätten (zum Beispiel Babilonie), zu Aussichtspunkten und zu Anknüpfungspunkten an den Wanderweg von Osnabrück nach Minden durch das Wiehengebirge. Einige Wege können auch im Winter zum Skilanglauf genutzt werden. Ein Anziehungspunkt für Auswärtige stellt auch die Freilichtbühne in Nettelstedt dar; für Bootssportinteressierte gibt es Möglichkeiten am Mittellandkanal. Der bestehende Yachthafen ist als Sondergebiet in der Planzeichnung zum Flächennutzungsplan dargestellt. Für die intensive Erholungsnutzung stehen weiterhin zahlreiche Sportanlagen zur Verfügung, die als Flächen für den Gemeinbedarf, als Grünflächen bzw. als Sondergebiete im Flächennutzungsplan dargestellt sind. Der komplette Flächennutzungsplan als Karte ist bei der Stadtverwaltung erhältlich oder Sie können ihn hier herunterladen: Einbindung Dokument - ID: 522.1375.1