Stadt Lübbecke

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24.10.2003

Zu Besuch beim Festival du Cochon de Bayeux

35 Jahre besteht die Städtepartnerschaft zwischen Bayeux und Lübbecke in diesem Jahr. Und zum dritten Mal wurde jetzt in Bayeux das "Festival Gourmand du Cochon de Bayeux" gefeiert. Gleich zwei gute Gründe für den Besuch einer kleinen Delegation, u.a. mit Bürgermeister Gerhard Bösch sowie den Ratsmitgliedern Eckhard Rux, Dieter Schweppe und Karin Siebe, in der französischen Partnerstadt.

Wie sich zeigen sollte, hatte die Stadt Bayeux mit Bedacht genau zu dieser Veranstaltung eingeladen. Denn das Wochenende bot reichlich Gelegenheit, die französische Lebensart unmittelbar kennenzulernen. Beim "Festival Gourmand" dreht sich alles um das "Cochon de Bayeux", das "Schwein von Bayeux". In den siebziger Jahren war die alte schwarz gefleckte Hausschweinrasse fast ausgestorben. Doch dann besann man sich auf die alten Traditionen und das "Schwein von Bayeux" wird jetzt wieder auf mehreren Bauernhöfen gezüchtet. Beim Festival konnte das "Cochon de Bayeux" zusammen mit anderen seltenen Schweinen aus allen Regionen Frankreichs bestaunt werden. Und da Franzosen viel Wert auf gutes Essen legen, konnten natürlich auch die entsprechenden Produkte verzehrt werden.

Anlässlich des Festival wurde sogar ein eigens komponiertes Spektakel mit dem Titel "Cochons et Compagnie", übersetzt etwa "Schwein & Co", in der Halle aux Grains uraufgeführt. Am Sonntag bewegte sich ein Festzug durch die Innenstadt zur imposanten Kathedrale, wo ein festlicher Gottesdienst gefeiert wurde. Ein eindrucksvolles Spektakel, denn an dem Umzug waren mehrere Brüderschaften in aufwändigen Kostümen beteiligt. In Frankreich gibt es mehrere Hundert Brüderschaften, deren Hauptzweck im geselligen Essen besteht. Bürgermeister Gerhard Bösch und die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Mme Huguette Brillaud wurden übrigens zu Ehrenmitgliedern der Brüderschaft "Cochon de Bayeux" ernannt.

Bei ihrem Besuch hatte die Gruppe auch noch Gelegenheit, den deutschen Soldatenfriedhof La Cambe und die weltbekannte Klosterinsel Mont-Saint-Michel zu besuchen. In der kleinen Stadt Avranche, wo die wertvollen Handschriften aus dem Kloster aufbewahrt werden, wurden die deutschen Gäste im Rathaus empfangen.

Als sichtbares Zeichen der Freundschaft nahm die Gruppe als Geschenk zwei Tauben aus der Normandie mit zurück nach Lübbecke. Die schwarzen Tauben mit weißem Latz werden bei Eckhard Rux in Blasheim ein neues zuhause finden. Im Gegenzug werden die Züchter in Bayeux bei nächster Gelegenheit ein Pärchen einer typisch westfälischen Rasse erhalten.

Für alle Teilnehmer, auch wenn Sie teils das erste Mal in Bayeux waren, war es ein sehr herzlicher Besuch bei guten Freunden. Lediglich die sprachliche Verständigung bereitete manchmal Schwierigkeiten. Aber angesichts der gemeinsamen - nicht immer friedlichen - Geschichte ist es doch eigentlich ein gutes Zeichen, dass die Sprache heutzutage das einzige Problem im Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen darstellt. Dass die partnerschaftlichen Beziehungen funktionieren, zeigt sich schon daran, dass an diesem Wochenende schon wieder Gäste aus Lübbecke in Bayeux sind - diesmal die Fußballer des FC Lübbecke.