Stadt Lübbecke

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Die historischen Wappen

aus: Eugen Meyer (Hg.). Wappenbuch der westfälischen Gemeinden. Verlag Westfälische Vereinsdruckerei AG, Münster/Westf., 1940

 

Lübbecke (Kreis)

In silbernem Schilde ein bis zum Schildhaupt hochgezogener mit einem silbernen Wellenbalken belegter roter Dreiberg.

Der Kreis Lübbecke wurde im Jahre 1831 aus dem seit 1814 bestehenden Kreise Rahden und Teilen des ebenfalls 1814 eingerichteten Kreises Bünde gebildet. Das Kreisgebiet umfasst zum größten Teile altes mindisches, zum kleineren ravensbergisches Gebiet. Da aus diesen geschichtlichen Unterlagen nur schwer ein Wappen zu finden gewesen wäre, das gerade für diesen Kreis und nicht ebenso gut auch für die Kreise Herford und Minden charakteristisch gewesen wäre, wurde auf Anregung des Staatsarchivs der Name der Kreishauptstadt zur Schaffung eines redenden Wappens für den Kreis verwendet. Lübbecke wird zuerst in den fränkischen Reichsannalen zum Jahre 775 anlässlich einer Schlacht in den Sachsenkriegen genannt. Die Namensform lautet hier „Lithbeki“, was als „Bach am Berge“ gedeutet wird. Aus diesen Namensbestandteilen wurde ein Entwurf für ein Wappen angefertigt, in dem der Berg durch einen heraldischen Dreiberg und der Bach durch einen Wellenbalken dargestellt wird. Als Wappenfarben wurden rot und silber, die Farben sowohl des Fürstbistums Minden als auch der Grafschaft Ravensberg gewählt. Das Wappen erhielt am 09.03.1935 die Genehmigung des Preuß. Staatsministeriums.

Frotheim (Gemeinde)

In silbernem Schilde unter rotem, mit einem silbernen Wellenbalken belegten Schildhaupt drei 2:1 gestellte rote Kiefernzapfen.

Das Schildhaupt mit dem Wellenbalken ist hier wie bei den anderen zum Amt Gehlenbeck gehörigen Gemeinden Gehlenbeck, Isenstedt und Nettelstedt dem Amtswappen von Gehlenbeck (s.u.) entnommen. Die Kiefernzapfen sollen auf die Kiefernwälder hinweisen, durch die das Landschaftsbild des Gemeindegebietes bestimmt wird. Als Schildfarben wurden die Mindener Landesfarben weiß und rot gewählt. Verleihung: 17.02.1939.

Gehlenbeck (Amt)

In silbernem Schilde unter rotem, mit einem silbernem Wellenbalken belegten Schildhaupt eine rote, von einem grünen Kranz umgebene Spange.

Das im Jahre 1938 neu geschaffene Amtswappen enthält in dem silbernen Wellenbalken im oberen Felde ein redendes Symbol für den zweiten Teil des Ortsnamens. Die Farben sind die des Stiftes Minden, zu dem das Amtsgebiet gehörte. Die Gürtelschnalle ist dem Siegel des alten, seit langer Zeit ausgestorbenen Mindener Ministerialiengeschlechtes v. Hadewig entnommen (vgl. Westfäl. Siegel Band IV T. 253 Nr. 3), die einst Besitzerin des Gorthumbschen Hofes in Gehlenbeck gewesen war. Verleihung: 19.07.1938.

Gehlenbeck (Gemeinde)

In goldenem Schilde ein schwarzer Topf unter schwarzem mit einem goldenen Wellenbalken belegten Schildhaupt.

Der Wellenbalken im Schildhaupte des im Jahre 1938 neu geschaffenen Wappens ist wie bei allen Gemeinden des Amtes Gehlenbeck dem Amtswappen entnommen. Der Topf (Grapen) im unteren Felde ist das Siegelbild der jetzt ausgestorbenen Familie v. Grapendorff, die Jahrhunderte lang im Amtsgebiet ansässig gewesen war und das Gut Grapenstein im Kirchspiel Gehlenbeck besessen hatte (vgl. Westfäl. Siegel Band IV T. 238 Nr. 21). Ihrem Wappen sind auch die Farben gold und schwarz des Gemeindewappens entlehnt. Verleihung: 29.09.1938.

Isenstedt (Gemeinde)

In goldenem Schilde unter schwarzem, mit einem goldenen Wellenbalken belegten Schildhaupt drei aufrechte naturfarbene Schilfkolben mit grünen Blättern.

Der Entwurf für das 1938 geschaffene Wappen der im Amte Gehlenbeck gelegenen Gemeinde Isenstedt nimmt Bezug auf die großen Moore, die das Landschaftsbild dieses Gebietes bestimmen. Als Hinweis auf sie wurden die drei Rohrkolben in das Wappen aufgenommen. Der Wellenbalken im Schildhaupt ist aus dem Amtswappen entnommen. Die Farben gold und schwarz entstammen dem für die Gemeinde Gehlenbeck verwendeten Wappen der Familie v. Grapendorf. Verleihung: 21.02.1939.

Lübbecke (Stadt)

In rotem Schilde zwei aufrechte, schräggekreute silberne Schlüssel mit abgewendeten Bärten, darüber schwebend ein sechsstrahliger goldener Stern.

Lübbecke wurde im Jahre 1279 von dem Mindener Bischof Folkwin v. Schwalenberg zur Stadt erhoben. Die ältesten erhaltenen Siegelabdrucke des Ortes gehören dem 14. Jahrhundert an und zeigen den Stadtherrn, den Bischof von Minden, in einem gotischen Torbogen stehend, darüber den Schwalenberger Schild des Stadtgründers mit dem sechsstrahligen Stern. Ungefähr gleichzeitig begegnen aber schon Sekretsiegel, die im wesentlichen das von uns wiedergegebene Bild enthalten, in dem die Figur des Stadtherrn durch die Mindener Schlüssel, das Wappensymbol des Bistums, ersetzt ist. Der schwalenbergische Stern steht bald in einem Schilde, bald frei im Felde. In dieser Form wurde das Siegelbild bis in die Neuzeit mit unwesentlichen Abweichungen in der Ausführung und den Farben als Stadtwappen geführt. Im Jahre 1907 wurde eine Neufestsetzung des Wappens vorgenommen, die am 15.05.1908 vom König genehmigt wurde. Auf ihr beruht die von uns gegebene Darstellung.

Nettelstedt (Gemeinde)

In silbernem Schilde unter grünem, mit einem silbernen Wellenbalken belegten Schildhaupt ein natürliches, schräglinks liegendes Nesselblatt.

Für das Wappen der im Amte Gehlenbeck liegenden Gemeinde Nettelstedt wurde ein redendes Symbol gewählt, das auf den Ortsnamen Nettelstedt hinweisen soll: ein natürliches, nicht heraldisch stilisiertes Nesselblatt. Der Wellenbalken im Schildhaupt ist wie bei allen Gemeinden des Amtes Gehlenbeck dem Amtswappen entnommen. Die Schildfarben wurden mit Rücksicht auf das grün zu zeichnende Nesselblatt gewählt. Verleihung: 17.02.1939.

 

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