Stadt Lübbecke

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20.10.2019

»Westertor«: Fragen und Antworten

Wieso, weshalb, warum; was passiert, wie teuer es wird – und wer die Rechnung bezahlt

Lübbecke. Die Stadt Lübbecke begrüßt das rege Interesse ihrer Bürgerschaft am Projekt „Westertor“, dem aus Sicht von Rat und Verwaltung eine Schlüsselfunktion für die Sicherung und Entwicklung des Einzelhandelsstandorts zukommt. In den zurückliegenden Wochen wurden vor allem im Zusammenhang mit der geplanten Verlegung des ZOB an den Niederwall Fragen aufgeworfen, die die Verwaltung im Folgenden aufgreifen und beantworten will:

 

  • Wofür braucht Lübbecke das „Westertor“?

Ziel ist die Steigerung der Attraktivität und eine Stärkung der Versorgungsfunktion der westlichen Innenstadt. Im bestehenden ehemaligen Kaufhaus Deerberg ist das nicht möglich. Das belegen schon der großflächige Leerstand sowie die Mindernutzung der übrigen Flächen. Das stark sanierungsbedürftige Parkhaus West wird nicht nur aufgrund seines schlechten Zustandes nicht angenommen, sondern weil es nicht mehr zeitgemäß ist. Der konsequente Schritt ist deshalb der Abriss beider Immobilien und der Neubau eines attraktiven und in das Stadtbild eingefügten Baukörpers. Mit der geplanten Ansiedlung eines Einkaufsquartiers an dieser Stelle wird die westliche Innenstadt deutlich belebt und aufgewertet. Es wird den westlichen Eingangsbereich in die Lübbecker Fußgängerzone bilden und der Innenstadt nach Norden ein „Gesicht“ geben, wo derzeit nur eine mehr als mäßig attraktive „Rückseite“ zu sehen ist.

  • Weshalb saniert man nicht einfach das Deerberg-Gebäude und das Parkhaus West?

Für eine Sanierung des Deerberg-Hauses findet sich kein Investor, da der Aufwand viel zu hoch ist und das Gebäude den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt. Nach dem vorliegenden Gutachten eines Sachverständigen würde allein die Sanierung des Parkhauses 2.500.000,- Euro kosten. Danach wäre es ein zwar saniertes, aber immer noch unzeitgemäßes Parkhaus.

  • Ist das Westertor-Projekt nicht zu groß für Lübbecke?

Nach dem Scheitern des letzten Versuches zu einer Entwicklung haben vier Investoren ihre Ideen zur Vitalisierung des Deerberg-Geländes vorgestellt. Dabei war das Westertor-Projekt der HBB das kleinste, und alle Ratsfraktionen haben sich dafür entschieden. Das Westertor-Projekt wird eine Verkaufsfläche von rund 5.500 qm haben. Das alte Deerberg-Kaufhaus hatte erheblich mehr.

  • Trägt die Stadt das ganze Risiko?

Bisher hat allein die HBB alle Vorleistungen für die Planungen (Bebauungsplan, Verkehr, Lärm und Umwelt) erbracht. Die Stadt hat keinen Euro dafür aufgewendet.

  • Diktiert die Investorin der Stadt die Bedingungen?

Die Stadt und HBB werden in einem Gründstückskauf- und städtebaulichen Vertrag alle gegenseitigen Rechte und Pflichten festlegen. Die Verwaltung verhandelt diesen Vertragsentwurf, darüber entscheiden wird letztlich der Rat der Stadt Lübbecke. Von einem Diktat kann also keine Rede sein.

  • Braucht Lübbecke den ZOB in seiner gegenwärtigen Form und Größe?

Die Größe des ZOB war nach den Schülerverkehren ausgerichtet. Mit der Schließung der Realschule an der Jahnstraße und dem neuen Standort der Stadtschule am Wiehenweg hat dieser Bedarf erheblich nachgelassen. Außerdem können Schülerverkehre an die Rahdener Straße vor dem Berufskolleg und die Haltestelle an der Gehlenbecker Straße verlagert werden. Damit müssen viel weniger Busse als früher den ZOB anfahren.

  • Wird der geplante ZOB am Niederwall funktionieren?

Nachdem die Stadt gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben (MHV) die Schülerverkehre neu organisiert hat, werden die Busverkehre am neuen ZOB aus Sicht der MHV reibungslos funktionieren. Die Wartezeiten der Busse werden verkürzt und auch an andere Stellen, z.B. den Bahnhofsvorplatz verlegt.

  • Wird der neue ZOB nicht vor allem für Schüler gefährlicher?

Busbahnhofe wie den am Niederwall geplanten gibt es deutschlandweit zu Hunderten, und sie sind in Unfallstatistiken absolut unauffällig. Wie viele Schüler überhaupt den Niederwall werden queren müssen, ist Gegenstand der Verkehrsplanung. Der Niederwall wird verkehrsberuhigt als Tempo-30-Zone hergestellt und es werden Querungshilfen eingerichtet. Dieselben Schüler müssen im Übrigen wie bisher auch die am stärksten befahrene Straße Lübbeckes überqueren: die B 239.

  • Wie viele Bäume müssen für den Bau des ZOB gefällt werden?

Sieben Bäume werden gefällt – und sieben Bäume auch wieder auf dem Gelände gepflanzt. Zum qualitativen Ausgleich wird die Kirschenallee in Stockhausen erweitert. Auch die neue Stellplatzfläche auf dem heutigen ZOB wird begrünt.

  • Kostet der Bau des neuen ZOB die Stadt nicht viel zu viel Geld?

Im städtebaulichen Vertrag mit der HBB wird geregelt sein, dass die HBB alle Kosten für die Verlegung des ZOB übernimmt. Die Stadt wird dafür nicht einen Euro aufbringen müssen.

  • Müssen Fördergelder zurückbezahlt werden und wenn ja, von wem?

Ja, es ist mit einer anteiligen Rückforderung der Förderung aus der letzten Umbaumaßnahme des ZOB zu rechnen. Die genaue Höhe richtet sich nach dem konkreten Datum der Verlegung und wird auch dann erst zu beziffern sein. Aber auch hier gilt: Diese Kosten werden von der Investorin getragen, die Stadt wird hier nichts bezahlen.

  • Weshalb benötigen wir überhaupt einen neuen ZOB? Kann der alte nicht bleiben?

Das Westertor-Projekt funktioniert nur, wenn der ZOB an den Niederwall verlegt wird, da der alte ZOB als Stellplatzfläche benötigt wird. Dies ist Kernpunkt der Projektidee. Wer den ZOB nicht verlegen will, der muss sich gegen das gesamte Projekt wenden.

  • Weshalb lässt man nicht den ZOB am Ort und baut ein neues Parkhaus?

Zum einen fehlt schlicht der Raum, zum anderen würde das den Kostenrahmen des Projekts sprengen.

  • Weshalb baut man den neuen ZOB nicht an anderer Stelle?

Gutachterlich wurden dazu drei Alternativen an zwei Standorten geprüft: Am Niederwall in Höhe Agentur für Arbeit/Gänsemarkt, auf dem Gänsemarkt selbst und am Bahnhof. Ergebnis: Innerstädtisch fehlt der Platz, wenn man keine Parkplätze verlieren möchte. Außerdem sollen die Busse zwischen den beiden Kreiseln halten, um bei Bedarf die Fahrtrichtung problemlos ändern zu können. Auf Höhe des Gänsemarktes müsste man zudem stark in private Grundstücke eingreifen und es würde ein nicht verkraftbarer Verkehrsdruck auf die Blasekeuzung erzeugt. Ein Standort am Bahnhof ist aus Gründen betrieblicher Abläufe, der Fahrgastfreundlichkeit und der fußläufigen Anbindung der Innenstadt keine gangbare Alternative.

Dokumente zum Projekt Westertor