Stadt Lübbecke

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13.04.2018

Kampf dem wilden Müll und Grünabfällen in der Landschaft

Stadt Lübbecke ruft Bürgerinnen und Bürger zu Mithilfe auf

Lübbecke. Förster, Bauern und städtische Grünpfleger können gemeinsam ein Lied davon singen: Pünktlich mit dem Frühling beginnt auch wieder die Saison der wilden Müll- und Grünabfallentsorgung. Die Stadt Lübbecke nimmt das zum Anlass, ihre Bürgerinnen und Bürger eindringlich zu verantwortungsvollem Umgang mit unserer Umwelt aufzurufen. Weder Sperrmüll noch Rasen- oder anderer Grünschnitt gehören in den Wald oder an Feldränder, geschweige denn in Bachläufe.

Aktuell prominentes Beispiel einer solchen wilden Deponie ist der Blasheimer Bach zwischen Grundweg und B65. Nachdem der Wasserverband Große Aue erst vor Wochenfrist den Bach von Autotüren, einem Heizkörper, Betonpfählen und anderem Unrat befreit hatte, haben offenkundig rücksichtslose Mitmenschen dort in der Zwischenzeit erneut ihre Abfälle abgelagert. Dazu äußert sich Martin Pöttker vom Lübbecker Baudezernat: „Zusammen mit den Wasserverbänden Große Aue und Weserniederung bemühen wir uns seit Jahren, unsere Gewässer so zu gestalten und zu unterhalten, dass ein guter ökologischer Zustand erreicht werden kann. Das wird durch die Dreistigkeit und Unachtsamkeit einiger weniger zum Schaden aller zunichte gemacht.“

Aber nicht nur so offensichtliche Fälle von Sperrmüllentsorgung in der Natur sind für die Stadt – und damit auch für den Steuerzahler – ein Ärgernis, auch natürliche, scheinbar kompostierbare Abfälle werden in Wald und Flur schnell zum Problem. Vor allem im Bereich der Wald- und Moorränder werden immer wieder Rasenschnitt und Pflanzenreste entsorgt, häufig ohne jegliches Unrechtsbewusstsein und in der irrigen Annahme, diese seien als eine Art „Kompost“ unschädlich oder würden den Boden gar düngen.

„Das ist gefährlicher Unsinn“, sagt Armin Feiler. Unabhängig vom unschönen Anblick – und nicht selten auch Geruch – entstünden ernste ökologische Probleme, so der Leiter des Bereichs Grün und Umwelt: „Die Gärung und Fäulnisbildung, insbesondere bei Rasenschnitt, setzt zum Beispiel Baumwurzeln erheblich zu. Die toxischen Sickerstoffe schädigen die Mikroorganismen im Boden und bringen den natürlichen Nährstoffkreislauf aus dem Gleichgewicht. Durch die veränderte Bodenbeschaffenheit wird die natürliche Vegetation häufig von Brennnesseln und anderen Stickstoff liebenden Pflanzen verdrängt.“

Ein weiteres Problem seien Wurzeln, Zwiebeln, Knollen oder Samen von invasiven Pflanzen, die häufig mit Grünschnitt in die Umwelt kämen und derer man anschließend kaum noch Herr werde. Insbesondere an Waldrändern lockten die gärenden Haufen mit ihren Schnecken und Würmern zudem Wildschweine geradezu magisch an, nicht selten mit der Folge, dass sie irgendwann in den benachbarten Gärten auftauchten.

Wer Gartenabfälle und Grünschnitt einfach in Feld und Flur entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. In der Natur sind sie rechtlich gesehen Müll – und ihre Entsorgung kein Kavaliersdelikt. In Extremfällen drohen Bußgelder in bis zu fünfstelliger Größenordnung. Deutlich günstiger kommt da eine fachgerechte Entsorgung bei einem der heimischen Betriebe, die Grünabfälle zur Kompostierung annehmen.

„Im Interesse unserer Gemeinschaft werden wir Verstöße zur Anzeige bringen und verfolgen“, kündigt Martin Pöttker an. In krassen Fällen behalte sich die Stadt auch vor, Belohnungen auszusetzen, um eines Verunreinigers habhaft zu werden. Hauptsächlich jedoch setze man auf die Einsicht und Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger, so Pöttker: „Wir alle sollten doch daran interessiert sein, dass unsere Umgebung ökologisch intakt bleibt.“