Stadt Lübbecke

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Neues aus dem Jahr 1919

„Zeitensprünge – Lübbecke 1919“ jetzt erhältlich

Lübbecke. Die aktuelle Ausgabe der jährlich erscheinenden Reihe „Zeitensprünge“, die sich mit den Ereignissen in Lübbecke vor 100 Jahren befasst, liegt vor. Seit dem Wochenende ist der 76-seitige Band, der unter Mitwirkung vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer vom Stadtarchiv zusammengestellt wurde, zum Preis von 5 Euro in der Bücherstube Lübbecke, dem Servicebüro der Stadtverwaltung, in der Mediothek (Altes Rathaus) und natürlich im Stadtarchiv am Wiehenweg erhältlich.

Neben der Transkription der Lübbecker Stadtchronik enthalten die Zeitensprünge wieder zahlreiche Auszüge aus dem Lübbecker Kreisblatt und Fotos aus den Lübbecker Ortsteilen. Die Stadtchronik spiegelt die unruhige Geschichte unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg, eine politisch bewegte und immer noch entbehrungsreiche Zeit, in der jedoch erstmals wieder so etwas wie Hoffnung aufkeimte.

Ereignisse, die die Menschen im Lübbecker Land 1919 besonders bewegten, werden in kurzen Aufsätzen vorgestellt. Ein Beitrag von Rolf Kienemann widmet sich in seinem Beitrag unter der Überschrift „Seiltanz zur Demokratie“ den politischen Umwälzungen nach dem Verlust des Weltkrieges und der Abdankung des Kaisers. Bauern-, Arbeiter- und Soldatenräte hatten die Ordnungsmacht übernommen, das Land befand sich im Umbruch von der Adelsvormundschaft zur Volksdemokratie. Das Wahlrecht für die gesamte Bevölkerung führte zu einem lebhaften Wahlkampf um die National- und Landesversammlungswahlen, aus denen die SPD als klare Siegerin hervorging. Bei der Stadtverordnetenwahl am 2. März wurden die Sozialdemokraten ebenfalls stärkste Kraft, standen jedoch einem Bündnis fünfer konservativer Parteien gegenüber, das dem Wahlsieger den Vorsitz verwehrte.

In Bruno Schmidts Aufsatz geht es um die Weihe zweier neuer, stählerner Kirchenglocken in Alswede im August 1919. Im Juli 1917 waren ihre bronzenen Vorgänger eingezogen worden, um für die Produktion von Rüstungsgütern eingeschmolzen zu werden.

Stadtarchivarin Christel Droste ist mit zwei Beiträgen vertreten. Zum einen  widmet sie sich der vergessenen Geschichte der Eisenhütte Eilhausen, zum anderen den aus heutiger Sicht geradezu bizarr anmutenden Auseinandersetzungen um die Rationierung von Lebensmitteln am Beispiel des Handels mit Eiern – Titel: „Der Lübbecker Eierkrieg“.

Gezielt hat das Team des Stadtarchivs für die Aufsätze in den Lübbecker Archivunterlagen geforscht und Spannendes zu Tage gefördert. Natürlich wurden auch wieder Auszüge aus den anschaulichen Erinnerungen des jüdischen Lehrers und Kantors Max Lazarus in die Zeitensprünge aufgenommen.

Weiter erhältlich sind neben der aktuellen Ausgabe auch die „Zeitensprünge“ Jahre 1914 bis 1918.