Stadt Lübbecke

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Was lange währt, wird endlich fest

Pflaster in der Lübbecker Fußgängerzone wird saniert / Vergleichsvereinbarung mit beteiligten Firmen geschlossen
 
Lübbecke. Das „Wackelpflaster“ in der Lübbecker Fußgängerzone wird bald Geschichte sein. Nachdem sich die Stadt mit den beteiligten Bau- und Planungsunternehmen auf einen Vergleich geeinigt hat, sollen von Mitte April an die Arbeiten zur Mängelbeseitigung durchgeführt werden. Dazu werden in der Bäcker- wie in der Lange Straße die großformatigen Platten abschnittsweise aufgenommen und Teile des Oberbaus saniert. Anschließend werden die Platten in gebundener Bauweise neu verlegt. Pünktlich zum Bierbrunnenfest Anfang August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
 
Einige Zeit nach Fertigstellung der Fußgängerzone im Jahr 2009, deren Neugestaltung seinerzeit rund 1,75 Millionen Euro gekostet hatte, waren erhebliche Mängel des Pflaster- und Plattenbelags sichtbar geworden. Die Platten verschoben sich unter Belastung und „wuchsen“ in der Folge auf der ungebundenen Bettungsschicht in die Höhe. Seither waren Mitarbeiter des Bauhofs immer wieder damit beschäftigt, einzelne Platten neu zu verlegen, um die Verkehrssicherheit in der Fußgängerzone zu gewährleisten.
 
Vor dem Hintergrund streitiger Auffassungen über Ursachen und Verantwortlichkeit beantragte die Stadt Lübbecke im Jahr 2016 ein selbständiges Beweisverfahren beim Landgericht Bielefeld. Das Gericht beauftragte ein Sachverständigengutachten, das schließlich zu dem Ergebnis kam, dass die Mängel nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen seien. Vielmehr habe eine Vielzahl von Faktoren im Zusammenwirken zum heutigen Erscheinungsbild geführt: die Nichteignung der verwendeten Baustoffgemische, die nicht ausreichend wasserdurchlässig ausgeführte Tragschicht sowie die großformatigen Plattenbeläge mit einer Unterwinkelung, die nach heutigen Kenntnissen in der ungebundenen Bauweise als nicht ausreichend geeignet für befahrene Bereiche angesehen werden.
 
Um einen andernfalls zu erwartenden jahrelangen Rechtsstreit mit offenem Ausgang zu vermeiden und die Sanierung der Fußgängerzone nunmehr zügig umsetzen zu können, hat die Stadt mit den beteiligten Unternehmen eine dreiseitige Vereinbarung verhandelt, die sowohl den Ursachen und Verantwortlichkeiten Rechnung tragen, als auch eine dauerhaft stabile Mängelbeseitigung ermöglichen soll. Der Vergleich regelt verbindlich alle gegenseitigen Rechte und Pflichten für eine Erbringung erforderlicher Planungs- und Bauleistungen. Die beteiligte Ingenieurgesellschaft erstellt demnach auf eigene Kosten die erforderliche Sanierungsplanung, das Bauunternehmen erbringt die eigentliche Bauleistung. Die Stadt leistet nach Verrechnung der gegenseitigen Zahlungen einen faktischen Eigenanteil von rund 185.000 Euro, der sich größtenteils aus der im Vergleich zum Urzustand höherwertigen Ausführungsart der Sanierungsarbeiten ergibt und den Neuwertausgleich berücksichtigt. Dem Abschluss dieser Vereinbarung hat der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am 30. Januar zugestimmt. Inzwischen haben auch die beteiligten Firmen ihre Zustimmung erklärt, so dass die Arbeiten in der Woche nach Ostern beginnen können.

Um die bereits im Rahmen einer Versammlung informierten Anwohner und Geschäftsleute nicht über Gebühr zu strapazieren sowie den Geschäfts- und Lieferbetrieb sicherzustellen, werden die Arbeiten abschnittsweise ausgeführt. Beginnend im Westen der Lange Straße werden dazu auf jeweils bis zu etwa 50 Metern Länge die Platten aufgenommen und seitlich zwischengelagert. Die schadhafte Tragschicht wird aus- und in wasserdurchlässigem sowie frostbeständigem Drainbeton neu aufgebaut. Darauf werden die Platten dann in gebundener Bauweise neu verlegt und die Fugen vergossen. Nach Fertigstellung der Lange Straße geht es auf der Bäckerstraße nach demselben Muster in Nord-Süd-Richtung weiter. Die einzelnen Abschnitte werden aufgrund der Abbindezeit des Betons nach der eigentlichen Bauzeit noch für rund eine Woche (Fußgänger) beziehungsweise vier Wochen (Lieferverkehr) nicht nutzbar sein.

 
Aufgrund des Umfangs der Arbeiten wird es naturgemäß zu Beeinträchtigungen kommen, zumal ab Mai parallel dazu die ISEK-Maßnahme Tonstraße umgesetzt werden wird. Darüber hinaus plant schließlich auch der Investor des Westertor-Projekts, in diesem Frühjahr mit seinen Arbeiten zu beginnen. Für die unvermeidlichen Unannehmlichkeiten bittet die Stadt Lübbecke deshalb schon im Vorfeld für Verständnis.