Stadt Lübbecke

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Soforthilfe für gefährdete Bäume

Baumpflegemaßnahmen auf und um Schützenplatz angelaufen

Lübbecke. Mit Arbeiten zur Baumpflege und Bodenverbesserung setzen Mitarbeiter des Lübbecker Bauhofs in diesen Tagen eine umfassende Kampagne zum Schutz des Baumbestandes auf und um den Lübbecker Schützenplatz fort. Auf Grundlage der Ergebnisse eines Fachgutachtens soll der einzigartige Baumbestand geschützt und erhalten werden. Erste Maßnahmen sind bereits durchgeführt, einige weitere angelaufen, für andere bedarf es noch der Zustimmung der Politik.

Was einst als „Weingarten“ firmierte, namensgebend für die Straße, die den Bereich von der westlichen Innenstadt her erschließt, ist heute die „grüne Lunge“ im Süden der Kernstadt und wohl einer der schönsten Orte Lübbeckes. Ihre Attraktivität verdankt die Gegend nicht zuletzt dem einmaligen Baumbestand, der das Wohn- und Naherholungsgebiet prägt und der den Lübbecker Bürgerschützen einen einmaligen Rahmen für ihre Feste bietet.

Damit das so bleibt, widmet die Stadt Lübbecke dem gesamten Bereich seit Jahren verstärkte Aufmerksamkeit. Unterstützt vom Förderverein Schützenplatz sowie privaten Baumspendern und Baumpaten, wurden gezielte Neuanpflanzungen vorgenommen und Maßnahmen zur Verbesserung der Wachstumsbedingungen getroffen.

Neben den zuletzt wiederholt trockenen und heißen Sommern setzen verschiedenste Faktoren dem Baumbestand zu. So sind die Böden im Bereich des Schützenplatzes sehr flachgründig und stark verdichtet. An vielen Stellen sorgt unter anderem Nährstoffarmut dafür, dass Neuanpflanzungen nicht so recht in die Gänge kommen wollten. Pilz- und Mistelbefälle sind Ursache und Wirkung zugleich. Unterm Strich ist der Schützenplatz in seiner heutigen Form akut gefährdet.

Um mit fundierten Erkenntnissen wirkungsvoll dieser Entwicklung entgegenzutreten, hat die Stadt das Bielefelder Fachbüro Arbor Revital beauftragt, ein Gutachten zu erstellen, Maßnahmen zu entwickeln und zu begleiten, die dabei helfen, den vorhandenen Baumbestand möglichst umfassend zu erhalten und für Neuanpflanzungen gute Wachstumsbedingungen zu schaffen. Im vergangenen Herbst wurden die Bäume begutachtet, Bodenproben entnommen und analysiert.

Als eine der ersten Maßnahmen werden in diesem Frühjahr die Böden im Bereich der Neuanpflanzungen mit einer speziellen Nährstofflösung „geimpft“. Der speziell auf die Bedürfnisse der Bäume abgestimmte Dünger wird mit Gießwasser eingebracht, unmittelbar an den Stämmen über Bewässerungsbeutel und darüber hinaus auch händisch in den äußeren Wurzelbereichen. Mengen, Zusammensetzungen und Mischungsverhältnisse sind dabei aus den Ergebnissen der Bodenanalysen berechnet.

Die Nährstoffversorgung ist ein wichtiger Schritt, aber wohl nicht der entscheidende. Neben flankierenden Maßnahmen zur Baumpflege, etwa der Entfernung von Misteln, ist die Bewässerung zentraler Baustein des von Arbor Revital entwickelten Maßnahmenkatalogs. Während in der Vergangenheit ausschließlich Neuanpflanzungen gewässert wurden, machen es die besonderen Bedingungen hier erforderlich, flächenhaft auch Altbäume zu versorgen, wenn es etwa zu lang anhaltender Trockenheit kommt.

Weil eine solche Bewässerung weder „auf Verdacht“ noch von Hand erfolgen kann, bedarf es einer technischen Lösung. Die Verwaltung werde dem Fachausschuss in der nächsten Sitzung die nächsten Schritte zur Installation eines Systems vorschlagen, das mit Sensoren die Bodenfeuchte überwacht und den betroffenen Bäumen Wasser zuführt, wenn das dringend erforderlich ist, sagt Armin Feiler, Leiter des Bereichs Grün und Umwelt. Feiler: „Das ist ein erheblicher Aufwand, aber der Erhalt dieser Bäume sollte es uns wert sein.“